Birkwild in St. Pantaleon - von der Hochblüte zum Aussterben

Berühmt waren die Birkwildbestände, bei uns „Schildhahna“ genannt, des Ibmermoor-Waidmoos-Bürmooskomplexes. Das Birkwild tauchte vermutlich um etwa 1880 nach Torfbränden aus den böhmischen Mooren auch in unserer Gemeinde auf. Die stärksten Vorkommen lebten bei uns in den anmoorigen Wiesen und in den birken- und beerenreichen „Ötzn“ (Wäldern) um Steinwag und Loidersdorf. Zwischen den beiden Weltkriegen ließen 200-300 „ Schildhahna“ auf den Balzplätzen von Ibm bis Bürmoos den Frühlingsbeginn für jeden Beobachter, Bauern, Jäger, Wasenstecher… zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Das Kullern und Rodeln der balzenden „Hahna“ überzog von der Morgendämmerung bis zum späten Vormittag das gesamte Moor, erlosch, um bei der Abendbalz wieder zu ertönen. Jährlich wurde einem der Pontigoner Jäger während der „Hahnbalz“ von den rund 25 Hahnen auf dem Balzplatz unter Steinwag einer zum Abschuss frei gegeben.

1959 erlegte unser heute ältester Jäger Fritz Bischof als junger Weidmann seinen Hahn vom „Schirm“ - getarnter Bodensitz - aus. Als die Bestände durch die Abtorfung des Waidmooses, dem Kernlebensraum unserer „Schildhahna“ schrumpften, stellten alle Jägerschaften die Abschüsse ein. Die großen Moore hatten dem Birkwild Brutraum, Nahrung im Winter mit Moosbeeren, Preiselbeeren, Föhren-und Birkenknospen sowie Ruhe geboten. Das Waidmoos und das Bürmooser Moor wurden beinahe zur Gänze abgetorft und boten keinen Lebensraum mehrTrotz Abschusseinstellung erloschen die Schildhahnbestände wie in allen nacheiszeitlichen Voralpenmooren in Folge von Lebensraumverlust und Verinselung der Bestände. In den Siebzigerjahren starb diese so besondere Wildart bei uns aus. Für immer verschwunden sind die Herbstflüge von Birkwild auf den bestellten Weizenfeldern vor Steinwag, das Kullern der Hahnen vom Balzplatz herauf, das Ausmachen „ Geh ma morgn auf d Hahnbalz“ und die morgendliche Hahnbalz im Moos`

Leider ist das Birkwild nicht die einzige Vogelart, die bei uns ausgestorben ist. Das Rebhuhn findet sich auf unseren Wiesen und Feldern trotz Jahrzehnte langer jagdlicher Schonung mit den zahlreichen Veränderungen nicht zurecht. Besonders die frühen Wiesenschnitte treffen diese Bodenbrüter, die Anfang Juni schlüpfen würden, während der Brutzeit. Ebenso ergeht es dem nicht jagdbaren Großen Brachvogel, der ebenfalls Spätmähwiesen braucht. Gleichfalls trifft es die bodenbrütenden Feldlerchen und Bekassinen. Sie sind alle in immer weniger werdenden Brutpaaren bei uns vorhanden. Tun wir alles, um sie zu erhalten!